Hallistenkoski & Linguistic Landscape

Wasser in der Sprachlandschaft

Am Ufer des Aurajoki wird schnell deutlich, dass ein Fluss weit mehr ist als nur Wasser zwischen zwei Ufern. Der Aurajoki prägt die Stadt Turku nicht nur geografisch, sondern auch sprachlich und kulturell. Schilder, Graffiti, Werbetafeln oder touristische Hinweise erzählen entlang des Flusses Geschichten über Wasser, Natur und städtisches Leben. Genau diese sichtbaren Zeichen untersucht die Forschung zur Linguistic Landscape, also zur Sprachlandschaft eines öffentlichen Raums.

Die Arbeit über den Aurajoki zeigt, dass Wasser in der Stadt ständig präsent ist, egal ob in blauen Farbtönen auf Schildern, in Bildern von Wellen oder Schiffen und in mehrsprachigen Informationen für Touristinnen und Touristen sowie für Einheimische. Der Fluss wird dabei unterschiedlich inszeniert. Mal erscheint er als romantischer Ort der Erholung, mal als Symbol für Geschichte und Identität von Turku, oder als moderner urbaner Raum. Sprache und Bilder arbeiten dabei eng zusammen. Ein einfaches Schild am Ufer vermittelt nicht nur Informationen, sondern erzeugt gleichzeitig bestimmte Stimmungen und Vorstellungen vom Fluss.

Besonders spannend ist der Gedanke aus den Blue Humanities, die Wasser nicht bloß als passives Element im Hintergrund betrachten, sondern als aktiven Teil des Lebens. Der Aurajoki beeinflusst, wie Menschen sich durch die Stadt bewegen, wie Orte gestaltet werden und wie über die Stadt gesprochen wird. Der Fluss „spricht“ gewissermaßen durch die Zeichen an seinem Ufer mit.