Deutsche Geschichte am Aurajoki




Robert Huber: Ein Schweizer prägt den Süden Finnlands
„Rob. Huber“ prangt mittig in großen schwarzen Buchstaben am oberen Rand des weißen Aushängeschilds, das über die korrekte Benutzung von Toilettenpapier und die ordentliche Reinigung der Wasserleitungen im Alltag aufklärt, damit die unterirdischen Rohre der Stadt Helsinki nicht verstopft werden. Eine Überschrift, hinter der mehr steckt als nur ein Firmenname für die Metallfabrik der Stadt, aus deren technischen Hallen Abwasser- und Heizungsleitungen sowie Klimaanlagen stammten. Nicht umsonst hängt dieses Schild im Wasserwerkmuseum von Turku, dem Turun vesilaitosmuseo, an dessen Seite das strömende Wasser des Aurajoki über die Steine des Halistenkoski („Halisten-Wasserfall“) plätschert.
Auch der Adresskalender von Turku aus dem Jahr 1913 vermerkt unter Rob. Hubert mit großem Werbebild in finnisch und schwedisch zugleich:

„Baut überall in unserem Land: Wasser- und Abwasserleitungen, Wasserhebeanlagen und Rohrleitungsgräben, Zentralheizungsanlagen und Lüftungsanlagen, alles nach den neuesten Prinzipien uns unter Verwendung neuester Erfahrungen und Erfindungen.“
(übers. mit Google Lens)
Wer ist dieser Mann, der vor über hundertfünfzig Jahren das Wasser des finnischen Südens mit seinen Leitungen in die großen Städte dieses Landes leitete?
Die Informationstafeln des Wasserwerkmuseums liefern die Antwort, denn dort ist dieser deutschsprachige Mann namens Robert Hubert aufgrund seiner Mithilfe bei der Wasserversorgung der Stadt Turku verewigt. Unter dem übersetzten Titel „Die Sorge um die Gesundheit der Stadtbewohner führt zur Errichtung eines Wasserwerks“ erhalten Besucher Einblicke in die präventive Gesundheitsvorsorge im 19. Jahrhundert, die aufgrund der schlechten Wasserqualität notwendig war. Nach einer Prüfung von zwanzig öffentlichen Brunnen durch eine speziell eingerichtete Gesundheitsbehörde stellte man fest: Nur sechs
Brunnen enthielten trinkbares Wasser. Der Rest musste geschlossen oder vertieft werden. Für die stetig wachsende Bevölkerung von Turku eine mögliche Krise, die es abzuwenden galt. Die Suche nach einem geeigneten Wasservorkommen begann und so wurde der Bau eines Wasserwerks beschlossen.
Nun gab es bereits einen Ingenieur in Finnland, der sich mit solche einer Konstruktion bestens auskannte – der Schweizer Robert Huber, der bereits das 1876 fertiggestellte Wasserwerks in Helsinki geplant und ab 1881 geleitet hatte. Der Absolvent der Technischen Hochschule Basel lebte seit 1872 in Helsinki. Zuvor arbeitete er als Assistent des englischen Ingenieurs Moore an Projekten für die Wasserversorungsnetze in Basel, Köln, Bochum und Wien. Über die Jahre wurde diese Nische sein Spezialgebiet, weswegen er nach seinem Beitritt in die Firma Neptun Continentale Wasserwerks-Aktiengesellschaft den Auftrag für den Bau der Wasserleitungen Helsinkis nicht abschlug. Nach Fertigstellung ließ er sich in der wachsenden Großstadt nieder, gründete ein Unternehmen und war sogar von 1886 bis 1891 Mitglied des Stadtrats. Als wahrer Experte solcher Wasserversorgungsprojekte erhielt Huber daher in den 1880er Jahren die Einladung der Stadt Turku, eine Untersuchung der Wassernutzungsmöglichkeiten durchzuführen. Hubert stellte fest, dass sich der hohe Wasserbedarf der Region nur durch die Reinigung des Oberflächenwassers des Aurajoki, der durch die Stadt fließende Fluss, im Oberlauf des Halistenkoski decken lassen würde. Dieser Fluss besaß jedoch kein hohes Ansehen, galt er als zu schmutzig zum Trinken. Ein Stigma, das sich bis in die heutige moderne Zeit hält. Die Stadt Turku wünschte sich daher lieber eine Grundwasseraufbereitungsanlage, weswegen der Leipziger Stadtbaumeister Adolf Thiem (im finnischen als Albert benannt) mit einer neuen Untersuchung beauftragt wurde. Dieser führte in verschiedenen Stadteilen Grundwassererkundungen durch und reichte Anfang 1890 seinen Vorschlag zum Bau eines Pumpwerks an den nördlichen Quellen des Gebiets Kaamingo der Gemeinde Kaarina ein. Die Genehmigung folgte im November 1898. Die Tageszeitung von Turku schrieb am 26.11.1898 (übersetzt):
„Die Wasserleitung wird in alle Teile der Stadt ausgebaut, zuerst zu den verkehrsreichsten Straßen und dann schrittweise über die gesamte Stadt.“
Fünf Jahre später am 03.10.1903 schrieb die Zeitung Uusi Aura als Überschrift (übersetzt): „Die Wasserwerke von Turku werden derzeit vollständig fertiggestellt.“
Auch wenn der Stadtrat Turkus die Untersuchung von Rubert Huber nicht als Lösung übernahm, nutzte der fähige Geschäftsmann und Ingenieur die großflächigen Baumaßnahme, um mit seinem Wasserversorgungsunternehmen die Stadt mit Wasserrohren und Leitungen aller Art zu versorgen. „Rob. Huber“ stand fett gedruckt auf Werbetafeln und Informationsblättchen in Zeitungen über Bildern von Wasserpumpen und Porzellantoiletten. „Perfekte Badezimer, W.C. und Wasserwerke werden schnell und zu angemessenen Preisen beschafft und installiert“, verspricht eine Anzeige vom 20.04.1910. In Einträgen von Handels- und Industrieregistern taucht der Name regelmäßig über die Jahr auf. So hinterließ der Schweizer ein unterirdisches Vermächtnis, das die Stadtplanung von Turku und Helsinki prägte, auch wenn es für die Fußgänger der modernisierten Straßen unsichtbar erscheint.
Fünf Jahre später am 03.10.1903 schrieb die Zeitung Uusi Aura als Überschrift (übersetzt): „Die Wasserwerke von Turku werden derzeit vollständig fertiggestellt.“
Auch wenn der Stadtrat Turkus die Untersuchung von Rubert Huber nicht als Lösung übernahm, nutzte der fähige Geschäftsmann und Ingenieur die großflächigen Baumaßnahme, um mit seinem Wasserversorgungsunternehmen die Stadt mit Wasserrohren und Leitungen aller Art zu versorgen. „Rob. Huber“ stand fett gedruckt auf Werbetafeln und Informationsblättchen in Zeitungen über Bildern von Wasserpumpen und Porzellantoiletten. „Perfekte Badezimer, W.C. und Wasserwerke werden schnell und zu angemessenen Preisen beschafft und installiert“, verspricht eine Anzeige vom 20.04.1910. In Einträgen von Handels- und Industrieregistern taucht der Name regelmäßig über die Jahr auf. So hinterließ der Schweizer ein unterirdisches Vermächtnis, das die Stadtplanung von Turku und Helsinki prägte, auch wenn es für die Fußgänger der modernisierten Straßen unsichtbar erscheint.

